images/pages/about/Vorstandschaft.jpgVorstandschaft v.l.: Josef Rauscher (2.Vst), Birgit Heilmannseder (Kassier), Martin Oberbauer (1.Vst, Spielleiter), Margarethe Lohner (Schriftführerin), Thomas Rutter (2.Vst), nicht im Bild Vinzenz Schuster (Jugendvertreter).

Den Bayern liegt das darstellerische Talent und ein Hang zum Theaterspielen im Blut. Die Direktheit der bajuwarischen Ausdrucksweise, gepaart mit einem schlagfertigen Humor, einer gehörigen Portion Bauernschläue und nicht zuletzt die einmalige Gabe sich selbst und andere auf den Arm zu nehmen – all das sind herausragende Merkmale der Klosterauer Theaterspieler, die jedes Jahr im November das Publikum mit lustigen Schwänken oder Komödien erfreuen.

Seit rund 100 Jahren wird in Au a. Inn Theater gespielt. Anfangs hat sich der Burschenverein dieses Kulturgutes angenommen, doch nach dessen Auflösung im Jahr 1965 gab es eine Theaterpause bis zur Gründung des Theatervereins Au am Inn 1982. 

Es ist schwer zu erklären, warum man wochenlang Text büffelt, sich mit Charakteren auseinander setzt, zig Proben in Kauf nimmt und dann zur Aufführung mit feuchten Händen und weichen Knien auf die Bühne stürmt, sein Bestes gibt und das Publikum zum Lachen bringt. Aber genau hier liegt der Ansporn für uns Theaterspieler. Da tut es nichts zur Sache, ob ein bestimmtes einstudiertes Stichwort ausbleibt, der Akteur daraufhin nicht mehr weiter weiß, den Text vergisst, durch die Hauskulisse hinter die Bühne rennt und dabei entschuldigend sagt „I schaug amoi nach wias Wetter wead!“. Den Souffleuren bereiten solche Kapriolen leichte Schweißausbrüche, in Verbindung mit einer verbissenen Suche der richtigen Textstelle, damit es weitergeht. Aber es geht immer weiter. Letztendlich gibt es keinen schöneren Lohn als den Applaus unserer Zuschauer nach der Vorstellung.

Wir alle wissen, dass es die in der ländlichen Komödie dargestellten Verhältnisse im wirklichen Leben nicht gibt; vielmehr versetzen uns die Darsteller in eine skurrile Szenerie. Besonders wichtig für uns Theaterbesucher sind die zeitgerechten Kostüme und Kulissen, aber in erster Linie die Schauspieler, die jeder als Mitmenschen kennt, die aber gekonnt in ihrer Rolle aufgehen und uns mit ihrem Talent, mit ihrer Sprache und Mimik für ein paar Stunden unseren Alltag vergessen lassen, uns hervorragend unterhalten und uns obendrein so manche Lebensweisheit mitgeben. Das Fernsehen kann da nicht mithalten.

Der Theaterverein Au am Inn mit seinen etwa 65 Mitgliedern entwickelte sich zu einem festen Bestandteil der Auer Dorfgemeinschaft. Er pflegt so manchen Brauch, wie z.B. das Weisertweckenfahren, wenn ein Vereinsmitglied Nachwuchs bekommt, veranstaltet alljährlich eine Sonnwendfeier und organisiert jedes Jahr einen Vereinsausflug. Der Theaterverein Au am Inn wird mit Unterstützung der Dorfgemeinschaft noch lange die Tradition des ländlichen Theaters aufrecht erhalten und fördern.

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